Suche


Meinereiner

  • Subjektivist
  • Web-Anarchist
  • DVD-Sammelfetischist
  • TV-Sadist
  • Totes Humankapital ohne Rendite

Kalender:

<Februar 2012 
MoDiMiDoFrSaSo
  12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
272829    

Oben mitspielen...

>>> Geschrieben am 27 August, 15:17 von Knut Brockmann

Der heutige Spieltags-Samstag verlief für mich ohne entsprechendes Live-TV. Ich war bei meinem Vater zu Besuch und konnte deshalb nur auf den sehr manierlichen Ticker der arena-Homepage zurückgreifen. Sehr mager, das Ganze, wenn auch mit der einen oder anderen Überraschung. Mir ist aufgefallen, dass die Aufsteiger so gar nicht nach den Voraussagen der Experten reagieren. Wenn ich Bochums aktuelle Ausbeute sehe, so erinnert mich das deutlich an den 1. FC Köln letztes Jahr. Souverän aufgestiegen, mit einem überdurchschnittlichem Kader, der dann auch noch prominent verbessert wurde und somit auf dem Papier am Ehesten der etablierten Konkurrenz Paroli bieten kann. Daneben wirken die finanziell deutlich schwächer und weit unter Liganiveau verdienenden Mitaufsteiger Energie Cottbus und Allemania Aachen wie meine geliebte Eintracht gegenüber dem allmächtigen Bayern-FC aus München oder eben letzterer gegenüber dem FC Barcelona im Eröffnungsspiel der Katalanen.

Momentan sieht es aber zappenduster für die Bochumer aus, die gegen Cottbus eine empfindliche Heimniederlage einstecken mussten. Gleichzeitig hat Aachen, am ersten Spieltag noch wie eine viertklassige Amateurstruppe beim DFB-Pokal auseinandergenommen, einen dicken Achtungserfolg gegen zahnlose Hannoveraner mit recht bekannten Stars gelandet, und das außerhalb des berüchtigten Tivolis in der Fremde!

Natürlich sollte man noch lange nicht von klar sichtbaren Tendenzen reden, denn sonst sähe es auch für die Frankfurter Eintracht recht übel aus, wobei ich sicher bin, dieses Jahr weitaus weniger Sorgen um den Klassenerhalt haben zu müssen. Aber es ist schon erstaunlich, dass die am besten organisierten Aufsteigerteams wie eben Bochum und Köln zumeist am heftigsten in der Bundesliga ins Straucheln geraten. Normalerweise liegt dies einfach daran, dass diese Teams mit all ihren neuen Spielern erst zusammenfinden müssen, dafür aber kaum Zeit bekommen, da auch sie nur in Bestform in der Liga bestehen können. Insofern haben Teams wie letztes Jahr die Eintracht und dieses Mal die Cottbusser und die Aachener etwas richtig gemacht: Sie vertrauen ihrem Personal und verpflichten punktuell. Der Teamgeist ist im ersten Ligajahr zumeist die stärkste Waffe gegen den Abstieg. Bielefeld und Mainz haben gezeigt, dass man so auch länger verweilen kann, man kann sich sogar mit steigenden Finanzmöglichkeiten etablieren. Problem ist dieses mal nur: Bochum hat sein Team sehr ordentlich zusammengehalten und sollte mit seinem gegenüber den Kölnern pointiert verbesserten Kader recht gut dastehen. Sie müssten eigentlich mit dem finanziellen Potential nach diesem Jahr richtig gute Perspektiven aufbauen können und sich langfristig etablieren.

Meine Frankfurter machen dies gerade, und wie ich finde mit großem Erfolg. Natürlich kann eine Mainzer Mannschaft nicht mit einem ähnlichen Etat ausgestattet werden, denn die Frankfurter Tradition und der Standort in der Bankenmetropole sind hier Gold wert. Aber es sollte in einer Zeit, die in der Bundesliga immer mehr zu einer Veranstaltung ohne Chance für die Vereine aus den unteren Ligen wird, Hoffnung geben, dass es eben trotz der Analysen und Vorhersagen mancher Experten und Fachleute doch mit Teamgeist geht. Sogar ohne Jürgen Klopp.

>>> Tags dieses Beitrags: , , , ,

Kommentare: